BerlinerID - Deutschkurse in Berlin des IIK Duesseldorf WerbungIntensivkurse Deutsch

Infobriefe Wirtschaftsdeutsch Ausgabe 1998-9

 

INFOBRIEF WIRTSCHAFTSDEUTSCH: Eine Serviceleistung des   INSTITUTS FÜR INTERNATIONALE KOMMUNIKATION (IIK Düsseldorf e.V.) im   FORUM WIRTSCHAFTSDEUTSCH   http://www.wirtschaftsdeutsch.de  

DÜSSELDORF, den 28.09.98  

Ausgabe 9-1998

 

ALLES IST RELATIV ...

 
 

ÜBERBLICK 
 
Vorwort  
Dossier: Bundestagswahl und Wirtschaftspolitik 
Technischer Tip: Logfiles, Cookies & Co 
Was Sie schon immer über KWW-Surfer wissen wollten, aber bisher ... 
Gibt es noch Minderkaufleute? 
Auflösung der Quizzfrage aus 8-1998: Was bedeutet SAP? 
Diskussion: Sollen Nicht-Kaufleute freiwillig zu Kaufleuten werden? 
Vorschau auf die nächsten Infobriefe 
Impressum 

 

Hallo zusammen, 

bleiben wir einmal vorläufig bei dieser Anrede, die dem ein oder anderen von Ihnen gefallen zu haben scheint. Jedenfalls gab es ein ganz reges Echo auf den letzten Infobrief 8-1998. 

Aber zunächst zum aktuellen Thema: Deutschland hat gewählt. Der neue Bundeskanzler heißt Gerhard Schröder und Helmut Kohl tritt nach 16-jähriger Regierungszeit ab. Das amtliche Endergebnis steht fest, doch das politische Tauziehen geht jetzt erst richtig los, nachdem es vorher vor allem darauf ankam, keine Wählergruppe zu verprellen. In den Koalitionsverhandlungen wird neben personalpolitischen Diskussionen die Wirtschafts- und Sozialpolitik eine wesentliche Rolle spielen. 

Wenn Sie auch unser E-DaF-Info mit allgemeinen Informationen zu Deutsch als Fremdsprache erhalten, haben Sie bereits eine Wahlsondernummer mit Linktips erhalten (Das E-DaF-Info können Sie zentral unter http://www.iik-duesseldorf.de/infoabo.php3 abonnieren) 

Entsprechend unserer Spezialisierung haben wir hier ergänzend ein Unterrichtsdossier mit den besten Links zur wirtschaftlichen Programmatik verschiedener Parteien und gesellschaftlicher Interessengruppen zusammengestellt. Natürlich stehen die Vorstellungen der Wahlsieger dabei im Mittelpunkt. 

Weitere Themen sind Informationen zu „Logfiles“ und „Cookies“, ein Porträt des durchschnittlichen Nutzers unserer „Kommentierten Webliographie Wirtschaftsdeutsch“ die Erläuterung einer Anfrage zum neuen Handelsrecht, die Quizz-Auflösung aus der letzten Nummer und eine neue Diskussionsfrage an Sie, die Leserinnen und Leser. 

In einer der Zuschriften zur letzten Quizzfrage wurden wir freundlicherweise auf eine Falschinformation in unserem WWW-Firmenporträt der Firma SAP aufmerksam gemacht. Rüdiger Schmitt aus Erlangen schrieb: 

„Ich hoffe den letzten Infobrief haben nicht zu viele Mitarbeiter der SAP in Walldorf gelesen. Es ist schon schlimm wenn man die Badener mit Schwaben verwechselt. Ich bin aber sicher für Hessen lassen sie sich noch weniger gerne halten.“ 

Sie kennen sicherlich die Standardausrede des typischen Wirtschaftsdeutschlehrers, der sich keine Blöße geben will: „Ich wollte nur einmal testen, ob Sie aufpassen!“ Etwas perfider wäre es zu behaupten: Dies sei Absicht gewesen, um die Leser/innen des Infobriefes Wirtschaftsdeutsch aus der Reserve zu locken (was ja geklappt hat). Aber nein, die Realität ist banal: Wir sind NICHT perfekt! 

Ausflüchte wie: „Auch in der Nähe von Frankfurt gibt es ein Walldorf“ oder: „Unter den vielen Tausend Mitarbeitern der SAP sind auch Hessen, nutzen nichts. Weder kann unser geographisch weiter entfernter Standort bzw. der Geburtsort Frankfurt des Schuldigen als mildernder Umstand gelten, noch überzeugt die Tatsache, daß die drei deutschen Musterländle in Sachen Zukunftsindustrien – Baden-Württemberg, Bayern und Hessen – sooo dicht beieinander liegen. 

Also: Klopfen Sie uns nur immer schön auf die Finger, wenn wir Unfug erzählen; schreiben Sie aber auch mal was Aufmunterndes – danke das kommt in letzter Zeit reichlich – oder steuern Sie eine Unterrichtserfahrung, WWW-Tipp bei (da könnte es etwas besser aussehen)! 

Und noch was können Sie aus der Zuschrift von Rüdiger Schmitt ersehen: Regionalgefühl spielt in Deutschland durchaus eine Rolle. In Düsseldorf sind und bleiben wir „Nordlichter“, obwohl wir uns in der Mitte der Bundesrepublik wähnen, was die Nord-Süd-Achse angeht. Für uns liegt Frankfurt im tiefsten Süden, während von dort gesehen Düsseldorf quasi an der Küste liegt. Da scheinen uns Hessen, Badener, Schwaben, Bayern, Pfälzer alle als Süddeutsche. Wie sagte schon Einstein? Alles ist relativ (oder so ähnlich). 
 
Bis denn 

Ihr Matthias Jung und Rüdiger Riechert

 

 

  Dossier: Bundestagswahl und Wirtschaftspolitik 

Die Bundestagswahl ist gelaufen, alle Zeichen deuten auf eine rot-grüne Koalition, obwohl die SPD rechnerisch auch mit zwei anderen Bundestagsparteien (CDU, FDP) eine Regierungsmehrheit hätte. 

Dieses Dossier sollten Sie auch für eine aktualitätsbezogene Unterrichtsstunde nutzen können, um mit fortgeschrittenen Lernerninnen und Lernern ein bißchen wirtschaftliche Landeskunde zu betreiben. In den nun anstehenden Koalitionsverhandlungen wird die Wirtschafts- und Sozialpolitik eine entscheidende Rolle spielen. Und natürlich fragt man sich: Wird sich inhaltlich viel ändern oder werden nur die Personen ausgetauscht? 

Zum Einstieg empfehlen wir die Zusammenfassungen des STERN zu bestimmten Themen, in denen die Positionen der einzelnen Parteien kurz dargestellt werden. Unter diesen Wahldossiers 

sind naturgemäß eine ganze Reihe mit Wirtschaftsbezug, von „Arbeitslosigkeit“, über „Steuern“ bis hin zur Sozialpolitik. 

Natürlich findet man auf den Parteien-Sites (unter den naheliegenden Adressen, www.cdu.de, www.spd.de usw.) weitere Informationen. Nur bei der PDS funktioniert das nicht: Unter pds.de werden „Branchenlösungen für das Bauhauptgewerbe und Baunebengewerbe“ angeboten. Hier war wohl nur noch die Domain www.pds-online.de frei. 

Oft steht auf den Partei-Seiten auch nur Wahlwerbung von eher bescheidenem Anspruch, die bei SPD und CDU ganz auf die Kanzlerkandidaten Schröder und Kohl gemünzt war: Für Wirtschaftsdeutsch gibt das wenig her. Bei der SPD findet sich so ein Radiowahlspot http://www.spd.de/partei/ton/toene.htm zum Thema „Arbeit“. Inhalt und Anspruch nicht vorhanden, reine Effekthascherei, aber vielleicht deshalb als Einstieg für eine Diskussion über Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten didaktisch gut geeignet (RealPlayer erforderlich). 

Ganz brauchbar aufbereitet sind bei fast allen Bundestagsparteien die Grundsatz- bzw. Wahlprogramme, bei denen man aus einer Übersicht direkt an die wirtschaftsrelevanten Stellen springen kann (leider nicht bei der PDS). Druckt man sich die betreffenden Auszüge aus und stellt geeignete Passagen auf einem Blatt zusammen, kann man eine einfache Übungsidee realisieren: die richtige Zuordnung der einzelnen Programmauszüge zu den verschiedenen Parteien. 

Das funktioniert natürlich nur, wenn bereits allgemeine Kenntnisse über die deutsche Parteilandschaft vorhanden sind oder gemeinsam erarbeitet wurden und die Lerner einigermaßen fortgeschritten sind. Bei geringeren Deutschkenntnissen muß man sehr sorgfältig geeignete Textstücke auswählen. 

In der praktischen Übersicht 

über die Porgramme aller bei der Bundestagswahl zugelassenen Parteien finden sich auch die zahlreichen „Exotenparteien“, die keine Chance hatten, in den Bundestag zu kommen, aber die Wahl zur Selbstdarstellung nutzten. 

Möchten Sie bei Ihren Lernern Verwirrung auslösen, empfehlen wir Ihnen zur Auflockerung die Programme der „Exotenparteien“ unter die Wahlaussagen der etablierten Parteien zu mischen. Das Spektrum reicht hier von der Initiative „Rettet die DM“ (http://www.flamme.com/programm.htm) über die „Partei bibeltreuer Christen“ (http://www.pbc.de/grund/grund_2.htm#8-1), die in der oben genannten Übersicht seltsamerweise fehlt, bis hin zum Sponti-Programm der APPD (Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands), deren Wirtschaftsprogramm unter dem bezeichnenden Titel „Arbeit ist Scheiße“ steht (http://www.appd.de/news/index.html). 

Hier aber auch die direkten Links zu den Wahlprogrammen der im Parlament vertretenen Parteien, von denen aus Sie die Unterpunkte, die die Wirtschaft betreffen – meist mehrere – direkt anklicken können: 

Für die Koalitionsverhandlungen und die zukünftige Wirtschafts- und Sozialpolitik Deutschlands lassen sich hieraus gewisse Trends ableiten. Aber natürlich ist das meiste so allgemein formuliert, daß man nur wenig Konkretes findet. 

Deutliche Forderungen richten dagegen die Interessenverbände an die Parteien und die neue Regierung. Parteipolitische Neutralität wird dabei nur formal gewahrt. Die Gewerkschaften – am interessantesten sind die Sites des DGB als Dachorganisation (http://www.dgb.de/Kampagne/Start.html) bzw. der größten DGB-Einzelgewerkschaft (http://www.igmetall.de/aktuell/kampagne/broschuere/) – beziehen zwischen den Zeilen so eindeutig Position für die SPD wie dies umgekehrt der „Bund der deutschen Industrie“ (BDI) als Unternehmervertretung mit seinen „Wahlprüfsteinen“ (http://www.bdi-online.de/f001de.htm), nach denen er die einzelnen Parteien bewertet, für die CDU tut. 

Man kann sich als Hintergrund für die sicherlich nicht leichten Koalitionsverhandlungen auch speziellere Informationen besorgen. Zu Reizthemen wie „ökologische Steuerreform“ oder „Benzinpreis“, die im Wahkampf für einigen Wirbel sorgten, lassen sich bei einzelnen Parteien thematische Indexe, Archive und Suchfunktionen in Anspruch nehmen, die auch die Zahlreichen Presseerklärungen erfassen: 

Was gibt’s noch an didaktisch Nutzbarem? Gut sind sicherlich die – thematisch gegliederten – Diskussionsforen, die zwar alle „moderiert“ sind, aber auch penetrante Befürworter der Konkurrenzpartei zu Wort kommen lassen; das ist manchmal ganz amüsant. Vielleicht meldet sich der ein oder andere Lerner zu Wort bzw. Lernergruppen schreiben kleine Beiträge unmd freuen sich dann über Reaktionen? Es wären nicht die ersten Texte von Nicht-Muttersprachlern, die in den Diskussionsforen zu finden sind: 

So aber jetzt zum Wahlsieger Gerhard Schröder und der neuen Riege, die sich für Regierungsämter bereithält. Zu Schröders Schattenkabinett findet sich unter 

nicht nur ein Gruppenbild mit dem künftigen Kanzler, sondern auch Einzelporträts seiner Wunschminister/innen. Zu einer eigenen Homepage hat es dabei nur designierte Wirtschaftsminister Jost Stollmann gebracht, der als Quereinsteiger aus der Wirtschaft bereits im Vorfeld der Wahl innerhalb der SPD heftig umstritten war: 

Das Thema an einer unkonventionellen Person aufhängen, ist vielleicht für die Lernerinnen und Lerner attraktiver als die oft bewußt mehrdeutigen Parteiprogramme. Erste Stellungnahmen der Unternehmer und der Gewerkschaften zur Wahlentscheidung gibt der SPIEGEL 

wobei der Dateiname das zentrale Thema verrät (Achtung: Dieser aktuelle Link funktioniert evtl. in einer Woche nicht mehr!). Anonsten sind konkrete wirtschaftsbezogene Internet-Dossiers zur Wahl auch bei den Fachmagazinen bisher Fehlanzeige. Für gründlichere Hintergrundinformationen brauchen die Journalisten wohl noch den ein oder anderen Tag.

 

 

Technischer Tip: Logfiles, Cookies & Co 

A und O im Online-Geschäft ist es wie im Marketing allgemein, möglichst genau über seine Zielgruppe Bescheid zu wissen. In manchen Hinsichten ist das Internet deshalb ein wahres Paradies für datenverliebte Marketingler. Was man im nicht-virtuellen Leben durch teure Umfragen mit zweifelhafter Repräsentativität zusammentragen muß, wird im Internet gratis geliefert in den sogenannnten „Logfiles“. Diese „Logbuch“-Dateien, die beim Kontakt mit einer Internet-Seite als Visitenkarte hinterlassen werden, enthalten eine Unmenge Informationen. 

Folgende Daten über die Nutzer lassen sich beispielsweise aus dem Logbuch eines bestimmten WWW-Angebots entnehmen: In welchem Netz Ihr PC angeschlossen ist, Land, Betriebssystem, Browserfamilie und -versionsnummer, Link über den Sie sich evtl. auf die Seite weitergeklickt haben, ob Sie über persönlich gesetzte „Lesezeichen“ („Bookmarks“) gekommen sind, wie Sie sich durch die Seitenstruktur geklickt haben, wie lange Sie wo geblieben sind, über welchen Link Sie die Domain wieder verlassen haben, mit welcher Abfrage in einer Suchmaschine Sie auf die betreffende Seite gelangt sind u.v.a.m. 

Diese Datenmenge sinnvoll auszuwerten, erfordert mehr oder weniger teure Software und einen guten Draht zum zuständigen „Netzadministrator“ für das betreffenden Web-Angebot. Die Logfiles werden nämlich auf dem zentralen Server abgespeichert und sind nicht ohne Weiteres zugänglich. 

Vielen Marketinglern reichen diese Daten aber noch nicht, denn man kann beispielsweise mit den Logfiles die einzelnen Nutzer in der Regel nicht individuell identifizieren. In universitären Netzwerken oder bei privaten Online-Diensten werden „temporäre“ Bezeichnungen vergeben, z.B. „ISDN-extern45.uni-duesseldorf.de“, die sich bei jeder Einwahl ändern. Deswegen sind die Softwaredesigner auf die sogenannten „Cookies“ (,Plätzchen‘) verfallen. Dabei wird Ihnen (genauer gesagt Ihrem PC) eine Art „Hundemarke“ oder „Brandzeichen“ verpaßt, sprich: eine Mini-Datei wird auf Ihre Festplatte übertragen. 

Würden wir selber die niedlichen „Plätzchen“ verwenden, wüßten wir etwa, zum wievielten Mal innerhalb eines Tages Sie die Kommentierte Webliographie Wirtschaftsdeutsch (KWW) aufrufen, wir könnten regelmäßig den treusten Nutzer des Monats ausrufen und Kandidaten für das Guiness-Buch der Rekorde benennen. Gleichzeitig liefern Cookies – falls gewünscht – oft noch weitere Daten. Wenn sie schon mal da sind, spähen sie Ihren PC ein bißchen aus: Wieviel RAM-Speicher haben Sie? Welche sonstige Software benutzen Sie? Wie oft machen Sie den Bildschirm pro Woche sauber? Reden Sie mit Ihrem PC auch häufig genug? Mißhandeln Sie Ihren Rechner gelegentlich u.a.m. „Cookies“ sind wegen der individuellen Identifizierbarkeit von PCs aus Datenschutzgründen durchaus umstritten. Viele Nutzer lehnen sie kategorisch ab. 

Wichtig für Sie ist aber der folgende Tip: Sie können sich gegen Cookies wehren und verhindern, daß die Plätzchen einfach ungefragt Ihre Festplatte verkrümeln. Vielleicht geht Ihnen das nämlich gegen den Strich. In Ihrem Browser gibt es dafür unter „Einstellungen“, „Extras“, „Options“ oder „Sicherheit“ – das differiert von Version zu Version – die Wahlmöglichkeit „Cookies immer akzeptieren“ (Voreinstellung!), „Cookies nie akzeptieren“ bzw. „Vor Annahme von Cookies fragen“. 

Letztere Option ist aus unserer Sicht die beste: Sie können individuell entscheiden, welche Cookies Sie akzeptieren (manchmal sind sie nämlich ganz nützlich, etwa um indivdualisierte Oberflächen beim Einloggen in einen bestimmten Dienst bereitzustellen). Und diese Einstellung gibt Ihnen außerdem ein Gefühl dafür, wer Cookies wie penetrant verwendet. Seriöse Webangebote verzichten nach dem 1. oder 2. abgelehnten Versuch darauf, einem ein Cookie unterzujubeln, andere wollen einem die Hundemarke regelrecht aufzwingen. 

Cookies werden übrigens keineswegs nur von kommerziellen Web-Anbietern eingesetzt, sondern auch von vielen öffentlichen Institutionen: Beiträge zum Diskussionsforum der Grünen (!) beispielsweise sind nur möglich, wenn man sich anmeldet und einen solchen Keks akzeptiert. Die Cookie-Daten dienen neben der umstrittenen Erstellung von recht genauen „Nutzerprofilen“ nicht zuletzt dazu, zum gegenseitigen Vorteil möglichst attraktive und nutzerfreundliche Webseiten für die jeweiligen Zielgruppen zu schaffen. Sammeln Sie mal Ihre Cookie-Erfahrungen, um sich eine Meinung bilden zu können. Leider weiß man bei den Anbietern nicht, was aus den so gesammelten Daten schließlich wird ... 

Wir verwenden auf den Web-Angeboten des IIK Düsseldorf derzeit keine Cookies, aber es ist nicht ganz auszuschließen, daß wir unsere Meinung in Zukunft ändern. Das kündigen wir dann aber an. Nach diese Hintergrundinfos aber zur Frage, die Sie vielleicht am meisten interessiert: Was wissen wir schon so alles über Sie?

 

Was Sie schon immer über KWW-Surfer wissen 
wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten 

Auch ohne Cookies schälen sich durch die Auswertung der Log-Dateien im Laufe der Zeit doch ein paar interessante Infos heraus. Zeichnen wir mal Ihr Porträt, sofern Sie Nutzer unser „Kommentierten Webliographie Wirtschaftsdeutsch (KWW) – erreichbar über http://www.wirtschaftsdeutsch.de – sind. Also: 

  • Sie kommen zu 30- 50% aus Deutschland, ansonsten aus der ganzen Welt. Genau läßt sich das nicht sagen, weil man an den meisten Domain-Kennzeichen (z.B. .com, .net) nicht eindeutig erkennen kann, welchem Land Sie zuzuordnen sind

  •  

  • Sie nutzen unsere WWW-Angebote vor allem an Ihrem Arbeitsplatz und seltener von Ihrem privaten PC aus (am Wochenende sacken die Nutzerzahlen immer kräftig ab; privat bezahlte Online-Dienste wie AOL, Compuserve oder T-Online und die Schar der lokalen Provider sind eher in der Minderzahl; Tendenz aber steigend) 

  •  

  • Sie sind im September in Scharen aus dem Urlaub zurückgekommen und haben sich dann intensiv in die Vorbereitung Ihres Wirtschaftsdeutsch-Unterrichts mit Hilfe der KWW gestürzt 

  •  

  • Sie haben eher eine modernere PC-Ausstattung als die Nutzer unserer allgemeinen DaF-Seiten (WINDOWS 3.1 < 10%, neuere Browserversionen) 

  •  

  • Sie ziehen durchschnittlich zu über 2/3 die Netscape-Browser ihren Konkurrenten aus dem Hause Microsoft vor 

  •  

  • Sie klicken besonders häufig die KWW-Rubriken „Didaktik“ und „Marketing“ an 

  •  

  • Sie kommen im Laufe der Woche zunehmend in Fahrt und nutzen am Donnerstag die KWW am häufigsten, bevor sich mit dem Freitag der Wochenendknick ankündigt 

  •  

  • Sie sind offen für Neues, sympathisch, kompetent, beliebt bei Ihren Lernern 

Na fühlen Sie sich erkannt?

 

Gibt es noch Minderkaufleute? 

Die am 1.7.1998 in Kraft getretene Reform des Handelsrechts – wir berichteten verschiedentlich davon – hat eine Reihe wichtiger terminologischer Konsequenzen und setzt ein gewisses Fachwissen voraus, das man als Wirtschafsdeutschlehrer zumindest im Umgang mit Fortgeschrittenen unbedingt braucht. Zum Beispiel gibt es die so diskriminiert klingenden „Minderkaufleute“ nicht mehr. Gregor Meyer fragt, was aus den Minderkaufleuten geworden ist. Sind sie durch das neue Gesetz automatisch „Vollkaufleute“ geworden? 

Kurz zum Hintergrund: Wir wollen uns nicht lange aufhalten mit der Erklärung der früher besonders komplizierten Bestimmungen in diesem Zusammenhang, die nun veraltet sind. Grundsätzlich beibehalten wurde aber die Trennung zwischen „Kaufleuten“, die im großen Stil wirtschaftlich handeln und sich strengere Auflagen gefallen lassen müssen, und einer Gruppe von Leuten, die nur ein „Kleingewerbe“ betreiben, wie etwa die Besitzerin eines kleinen Ladens oder der Eisverkäufer. Sie sind lediglich verpflichtet, ihre Einnahmen und Ausgaben fürs Finanzamt zwecks Steuerzahlung korrekt aufzulisten und sich wie jeder andere auch an die einschlägigen Bestimmungen des „Bürgerlichen Gesetzbuches“ (BGB) zu halten. 

Das neue Handelsrecht kennt nur noch Kaufleute und Nicht-Kaufleute. Wer einen Kleinbetrieb hat – und das Gesetz nennt eine Reihe von Kriterien, um einen Kleinbetrieb von einem „Handelsgewerbe“ zu unterscheiden, ist zunächst einmal Nicht-Kaufmann. Dagegen heißt es lapidar „Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt“ (auch hierfür werden Kriterien genannt). Kaufleute müssen im Handelsregister eingetragen werden. 

Daraus folgt, daß die alten „Minderkaufleute“ jetzt alle „Nicht-Kaufleute“ sind. Sie haben aber die Möglichkeit, sich freiwillig ins Handelsregister aufnehmen zu lassen und erhalten dann die Rechte und Pflichten eines Kaufmanns. Statt dem „Bürgerlichen Gesetzbuch“ (BGB) gelten für sie dann die strengeren Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB). 

Im Internet gibt es mittlerweile eine Reihe von Informationen zu den wichtigsten HGB-Änderungen seit dem 1.7.1998 und die Neufassung des Kaufmann-Begriffs gehört unzweifelhaft dazu. Leider stammen die meisten WWW-Seiten von Juristen und gehen sehr ins Detail. Wir haben vier Links für Sie ausgewählt: Relativ kurz und übersichtlich ist: 

während 

durch Beispiele etwas anschaulicher wird. Noch tiefer in die Materie steigen 

 ein; letzteres Angebot ist ziemlich umfangreich (87k) und erschöpfend vollständig. 

Jetzt haben wir nur noch eine Frage: Wie steht’s mit den „eingetragenen Vereinen“ (e.V.) wie das Institut für Internationale Kommunikation Düsseldorf (IIK) einer ist? Ist dessen Geschäftsführer nun Kaufmann oder nicht? Wir werden uns mal an die Fachberatung Wirtschaftsdeutsch unter 
  http://www.wirtschaftsdeutsch.de 

wenden! ;-). 

 

 

Quizzfrage aus 8-1998: Was bedeutet SAP? 

Im Zusammenhang mit unserem Firmenproträt des deutschen Software-Riesen SAP fragten wir: Was bedeutet SAP eigentlich? Eine Aufgabe, die z.B. mit Hilfe des Internet zu lösen war, wenn man es nicht sowieso wußte. Außerdem versprachen wir in unserem Leichtsinn ALLEN Einsendern der richtigen Antwort ein kleines nicht näher bezeichnetes Geschenk (wir wußten auch zu diesem Zeitpunkt selber nicht was!). 

War es das geheimnisvolle Geschenk, war es die gestiegene Abonnentenzahl, die Leichtigkeit der Aufgabe? Jedenfalls betrug die Steigerung der Zahl Rückmeldungen im Vergleich zur letzten Quizzfrage knapp 600%. Antworten kamen aus Italien, den USA, den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Natürlich halten wir trotz dieser beeindruckenden Zahlen Wort, obwohl es das Institut finanziell an den Rand des Ruins treibt ;-). 

Wir versuchen auch nicht, uns durch Spitzfindigkeiten aus der Affäre zu ziehen: Denn es gab so viele leicht unterschiedliche Antworten wie Einsendungen. Nein, alle 7 Einsender erhalten ein Aufgaben- und ein Lösungheft zum Thema Geldkreislauf – wie wir finden recht gelungene Materialien des deutschen Bankenverbandes – zumal einige sich schon, wie sie selber schreiben, auf die kleine Überraschung freuen. Keine Sorge, sie geht kurz nach diesem Infobrief an Sie ab, aber dauert halt etwas länger, da die Borschüren nicht durch die Datenleitung passen. 

Ach ja, die Auflösung: Also laut dem kurzen Abriß der Firmengeschichte, die man auf den deutschen Seiten des Unternehmens findet, bedeutete SAP bei der Firmengründung 1972 „SystemAnalyse und Programmentwicklung“. Mittlerweile wird die Abkürzung aber vor allem englisch gedeutet und steht dann offiziell für „Systems, Applications, and Products in Data Processing“. 

 

Diskussion: Sollen Nicht-Kaufleute freiwillig zu Kaufleuten werden? 

Die heutigen Quizzfrage bezieht sich auf die obige Diskussion zu den ausgestorbenen „Minderkaufleuten“. Welche Vorteile könnte es für eine Ex-Minderkaufmann/-frau und jetzt Nicht-Kaufmann/-frau haben, sich per Eintrag ins Handelregister selbst zur Kaufperson zu befördern? Denn damit sind zunächst einmal eine Reihe von strengeren Auflagen und lästigen Pflichten verbunden. Es wäre doch – außer fürs Ego vielleicht – viel günstiger, Nicht-Kaufmann zu bleiben, oder? 

Diesmal stellen wir keine kleine Überraschung in Aussicht, auch keine Freiabos des Infobriefes Wirtschaftsdeutsch. Aber immerhin: Alle Einsender/innen mit substantiellen Beiträgen qualifizieren sich für die Bewerbungsrunde zu den Wirtschaftsdeutsch-Stipendien des IIK-Düsseldorf (Infos über http://www.wirtschaftsdeutsch.de

Schreiben Sie einfach dazu, ob Sie mit Ihrem Beitrag bei der Stipendienvergabe mitmachen wollen.

Vorschau auf die nächsten Infobriefe 

Haben Sie bestimmte Themenwünsche oder Vorschläge? Möchten Sie etwas mitteilen? Wollen Sie vielleicht einen interessanten Unterrichtstip loswerden? Bitte melden! Ihre Hinweise und Informationen, die wir aufnehmen sollen, bitte bis 10.10.98, 24:00h an 
  infobrief@wirtschaftsdeutsch.de 

einschicken. Danke!

 
 

Impressum 

HERAUSGEBER 
  Institut für Internationale Kommunikation 
  in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (IIK e.V.) 
  Universitätsstraße 1, 40225 Düsseldorf, Tel +49/(0)211/81-15182, Fax -12537 
 
  http://www.iik-duesseldorf.de 
  iik@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
 
INTERNET-PLATTFORM 
  http://www.wirtschaftsdeutsch.de 
 
ARCHIV ALLER BISHERIGEN AUSGABEN 
  http://www.wirtschaftsdeutsch.de/infobriefe/index.html 
 
REDAKTIONSTEAM 
  Matthias Jung, Rüdiger Riechert, Andreas Westhofen 
 
VERANTWORTLICH (für die Ausgabe 8/1998) 
  Matthias Jung 

KONTAKT 
 
Themenvorschläge, Beiträge, Leserbriefe erbeten an: 
   infobrief@wirtschaftsdeutsch.de 
 
ABO-WÜNSCHE 
  infobrief@wirtschaftsdeutsch.de?subject=KWW-Info-Start 
  http://www.iik-duesseldorf.de/infoabo.php3 
 
ABO BEENDEN 
  infobrief@wirtschaftsdeutsch.de?subject=KWW-Info-Stop  
 
DIESES INFOMAIL BITTE AN INTERESSIERTE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN WEITERSENDEN ODER FÜR SIE AUSDRUCKEN!